Strongman-Sport
Der Ursprung der modernen Strongman wurzelt in den antiken Gladiatorenkämpfen, sowie dem traditionellen Zehnkampf, den Wikingerspielen, Highland Games und anderen bis heute erhaltenen Traditionen.
Die Anfänge in den USA
Mitte der siebziger Jahre wurde für das US-amerikanische Fernsehen das Konzept eines Wettbewerbes entwickelt, in welchem sich mehrere Kraftsportler bei unterschiedlichen Disziplinen miteinander messen sollten. Als Vorbild dienten klassische Kraftsportwettbewerbe, wie die Highland Games. Die Disziplinen wurden unter dem Gesichtspunkt ausgewählt, dass möglichst viele Muskelgruppen beansprucht werden. Verschiedene Gegenstände mussten dabei von den Teilnehmern getragen, gehoben, gehalten oder gezogen werden.
1977 feierte dieses Sendeformat unter dem Namen "The World's Strongest Men" (Die stärksten Männer der Welt) Premiere. In den ersten Jahren wurde noch dem ursprünglichen Charakter solcher Attraktionen Rechnung getragen, indem dieser Wettkampf vorwiegend in US-amerikanischen Freizeitparks ausgetragen wurde. Zum Teilnehmerfeld zählten fast ausschließlich einheimische Athleten aus verschiedenen „kraftbetonten“ Sportarten, wie Gewichtheben, Powerlifting, Bodybuilding, American Football oder Wrestling. Mit Bill Kazmaier, welcher den Wettbewerb Anfang der achtziger Jahre dreimal in Folge gewinnen konnte, hatte der Strongman-Sport schließlich seinen ersten Star.
Etablierung als anerkannte Sportart
In den Folgejahren nahm die Anzahl der Wettbewerbe weiter zu. Auch im Fernsehen wurden immer öfter Strongman-Entscheidungen übertragen. Die Einführung neuer Disziplinen sorgte darüber hinaus für Abwechslung und führte zu einem Anstieg des Zuschauerinteresses. Immer mehr Athleten, vorwiegend Gewichtheber und Powerlifter, begannen mit dem lukrativeren Strongman-Sport. So existierte bereits Anfang der neunziger Jahre eine Szene von professionellen Kraftsportlern, welche ausschließlich diesen Sport betrieben. Die Leistungsdichte nahm zu. Den Wettbewerb des stärksten Mannes der Welt prägte in dieser Zeit erneut ein Isländer. Der ehemalige Powerlifter Magnus Ver Magnusson konnte den „World's Strongest Man“ dabei ebenfalls viermal gewinnen - dabei gelang ihm in den Jahren 1994 bis 1996 wie schon Kazmeier vierzehn Jahre zuvor ein Hattrick.
Anfang des 21. Jahrhunderts war beim Strongman-Sport eine deutliche Verschiebung der Kräfteverhältnisse zu beobachten. Waren bisher vorwiegend Athleten aus Nordeuropa erfolgreich gewesen, konnten mittlerweile immer mehr osteuropäische Sportler Erfolge feiern. Auch beim WSM-Wettbewerb ging mit dem Sieg des Norwegers Svend Karlsen der Titel im Jahre 2001 letztmalig an ein nordeuropäisches Land. Seitdem sorgten vor allem Athleten aus Polen und den ehemaligen Sowjetrepubliken für Furore. Besonderes Aufsehen erregte dabei Mariusz Putzianowski, welcher mit vier zahlreichen Siegen hinsichtlich der Titelanzahl zu den beiden bisherigen Rekordhaltern Sigmarsson und Magnússon aufschließen konnte.